Über den “Niemegker Heimatkalender 2015”

Andreas

Seit kurzem liegt der “Niemegker Heimatkalender 2015” vor, der erste seiner Art. Lust auf Fläming wollte wissen, wie es zu dem spannenden Projekt gekommen ist.

Interview mit Gunnar Neubert, Mitherausgeber des “Niemegker Heimatkalenders 2015”

Lust auf Fläming: Wie kam es zur Idee, für Niemegk einen Heimatkalender vorzulegen?

Gunnar Neubert: Wie hinlänglich bekannt ist, schreibe ich gern und bin meinem Heimatstädtchen Niemegk im schönen Fläming verbunden. Über 30 Jahre dokumentiere ich inzwischen das Zeitgeschehen und werfe auch gern einmal einen Blick in die Geschichte. Die Leute in der Stadt und in den Dörfern sind sehr interessiert, was in ihrer Nachbarschaft passiert. Und in einer globalisierten Welt bekommt Heimat ohnehin einen ganz anderen Stellenwert. Hinzu kam, dass ich neu gewonnene Zeit sinnvoll nutzen wollte. Da die erste Broschüre “50 Jahre Kulturhaus” Niemegk im Oktober 2014 eine große Resonanz fand, war sozusagen das Eis gebrochen, um sich einem weiteren Projekt zu widmen. Da entstand die Idee, aktuelle Ereignisse mit historischen Beiträgen sowie Betrachtungen zur Tier- und Pflanzenwelt in einem Heimatkalender 2015 zusammenzufassen. Mein Bestreben ist es auch, an die Tradition von Heimatkalendern anzuknüpfen. Die einstigen Heimatkalender des Landkreises Potsdam-Mittelmark und des Belziger Heimatkalenders sind längst Sammelobjekte geworden. In meinem Besitz befinden sich auch Heimatkalender für den Kreis Zauch-Belzig von 1928 und 1931.

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Lust auf Fläming: Wer sind außer Ihnen die Macher?

Gunnar Neubert: Um eine Themenvielfalt in der Broschüre zu erreichen, wollte ich unbedingt weitere Autoren gewinnen. Mit dem pensionierten Lehrer Stefan Pirnack hatte ich einen Mitstreiter, der schon zum Kulturhaus Niemegk in historischen Akten forschte. Herr Pirnack stöbert öfter in Archiven und schöpft aus einem großen Fundus alter Lektüre. Außerdem war mir Dietmar Grünert als kundiger Natur- und Kulturführer bekannt, bei dem ich mit meinem Vorhaben ebenfalls auf ein offenes Ohr gestoßen bin. Herr Grünert schrieb über die Tier- und Pflanzenwelt. Damit hat er viele Naturliebhaber erfreut.

Lust auf Fläming: Ein solches Vorhaben kostet Geld. War es schwer, Sponsoren bzw. Werbende zu finden, die mit ihrem Beitrag den Kalender erschwinglich machen?

Gunnar Neubert: Es war nicht allzu schwer, ein paar Sponsoren zu finden. Ich konnte das Manuskript vorlegen und lief mit dem Titel “Heimatkalender 2015” wohl offene Türen ein. Das unterstützen wir gern, hörte ich immer wieder.

Lust auf Fläming: Wie ist bisher der Verkauf in der Region angelaufen?

Gunnar Neubert: Ich war erst skeptisch, ob sich genügend Interessenten für den Heimatkalender finden. Der Verkaufsstart am 6. Dezember war sehr gut. Danach hielt die Nachfrage an. Ich habe mich in dem Zusammenhang ganz besonders gefreut, dass Steffen Gommel die Broschüre bei der alljährlichen Buchvorstellung in der Fläming-Bibliothek Rädigke ganz nett angepriesen hat.

Viele Leute nutzten das Heft als kleines Geschenk. Außerdem wurde berichtet, dass es so manch einer in die weite Welt verschickt hat, um ehemaligen Niemegkern eine Freude zu bereiten.

So fand die erste Auflage guten Zuspruch, bei den Verkaufsstellen in Niemegk, Bad Belzig, Rädigke, Garrey, Klein Marzehns und Raben ist das Druckwerk noch begrenzt vorrätig.

Der Niemegker Heimatkalender ist sogar bis nach Kanada gegangen und wird dort übersetzt. Kanadische Indianer weilten nämlich zum Jahreswechsel im Fläming und freuten sich über den Beitrag im Heft “Totem am Kisselgrund” in Garrey.

Dietmar Grünert

Dietmar Grünert kennt sich in der Natur seiner Heimat aus. Als Natur- und Kulturführer lädt er regelmäßig zu Wanderungen ein. Da geht es über den Gerichtsberg zwischen Niemegk und Haseloff oder zu den örtlichen Tonteichen mit ihren botanischen Besonderheiten. Sein Steckenpferd sind die Findlinge im Hohen Fläming. Manchmal ist ein großer Stein schon in Vergessenheit geraten, Dietmar Grünert weiß, wo er suchen muss. Der 70-Jährige ist im Niemegker Ortsteil Hohenwerbig aufgewachsen und kennt sich im dortigen „Weißen Tal“ besonders gut aus. Gern führt er die Hobbywanderer aus dem Planetal dort hin, die wöchentlich auf Tour gehen. Der Diplom-Forstingenieur war lange Zeit beim Holz-Großhandel beschäftigt und genießt jetzt sein Leben als Rentner.

Stefan Pirnack

Wer Stefan Pirnack kennenlernt, merkt schnell, dass er sich viele Stunden in die Geschichte von Niemegk regelrecht „vergraben“ kann. In Archiven hat sich der pensionierte Lehrer für Chemie, Physik und LER viel Wissen über seine Heimatstadt angelesen. So manches vergilbtes Kirchenbuch hat der 64-Jährige durchstöbert und erstaunliche Fakten aus längst vergangenen Tagen aufgeschrieben. Erst zum Ende des Jahres 2014 bekam Stefan Pirnack Finanzakten der Stadt aus dem 18. Jahrhundert in die Hände, um sie zu analysieren. Der Lehrer und langjährige Schulleiter in Niemegk liest und fotografiert gern, manchmal sieht man ihn auch malen. Stefan Pirnack engagiert sich im Verein für historische Bauten in Niemegk.

Lust auf Fläming: Wie wird es weitergehen? Worauf darf man sich für den Heimatkalender 2016 freuen?

Gunnar Neubert: Der gute Zuspruch ermutigt freilich, auch einen Heimatkalender 2016 aufzulegen. Wenn die Erstauflage innerhalb von nur vier Wochen fertiggestellt wurde, so soll das nächste Druckwerk etwas langfristiger geplant werden. Es gibt sogar weitere Autoren, die mit eigenen, aktuellen und historischen Beiträgen an der Neuauflage mitwirken wollen. Das freut mich ganz besonders. Ohne zu viel verraten zu wollen, das Handwerk in der Region wird ein Schwerpunktthema sein. Geplant sind derzeit Beiträge über das vermutlich letzte Nachtwächterhäuschen im Hohen Fläming und über die weitgehend stille Abwicklung eines wichtigen Teils der Feuerwehr.

Lust auf Fläming: Viel Erfolg für das weitere Gelingen des Niemegker Heimatkalenders!

Hier erhalten Sie den Niemegker Heimatkalender 2015:

  • Drogerie Scherz, Niemegk,
  • Kulturhaus Niemegk,
  • Autohaus Dahnsdorf,
  • Moritz´ Gasthof Rädigke,
  • Gasthaus „Fläming-Eck“ Klein Marzehns,
  • Cafè Lehmann, Garrey,
  • auf der Burg Rabenstein,
  • in der Buchhandlung Ritter, Bad Belzig, und
  • bei den Autoren.

Preis

4,50 Euro

Inhalt

Kalenderblätter mit Veranstaltungstipps

Vorwort vom Bürgermeister

Bunt und vielfältig

Das Rathaus in Niemegk

Patriotismus im Jahr 1710

Richtstätten in Niemegk

Mit besonderer Weihe

Einer flattert zurück

Der Wolf ist zurück

Seidelbast leutet den Frühling ein

Aufstieg zum “großen Brachwitz”

Rittersaal ist Herzstück

Experte für Sternschwanztümler

Findling für die Buga

Totem am Kisselgrund

200 Jahre Niemegk preußisch – Jubiläen 2015

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Quellenangaben/Impressum

Gunnar Neubert

Über 30 Jahre dokumentiert Gunnar Neubert schon das Zeitgeschehen in Niemegk und in den Dörfern. Fast 25 Jahren schreibt der Redakteur schon für die Zeitung. Der 50-Jährige hält gern Kontakt zu den Menschen und nimmt ihre Alltagsgeschichten zu Protokoll. Gunnar Neubert hat viele schöne Ereignisse im Flämingstädten begleitet. Er war bei manch spektakulärer Begebenheit mit dabei. Derzeit nutzt er seine Zeit, um neue Aufgaben zu erschließen. Es war seine Idee, die erste Ausgabe des „Niemegker Heimatkalenders“ heraus zu geben. Der Vater einer 12-jährigen Tochter ist gern mit seiner Familie zusammen und wagt die eine oder andere Reise. Nicht fehlen darf in jedem Fall die Kamera.
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